Veröffentlicht am Kommentar hinterlassen

Warum mich das ALT WERDEN und der TOD so beschäftigen…

Ich bin jetzt Ü50, die Wechseljahre lassen grüßen und die ersten Wehwehchen winken auch schon. Ich fühle mich trotzdem nicht alt und der Tod ist noch weit weg. DACHTE ICH!

Ende 2023 hatte mein Mann einen Bänderriss, hat auf Homeoffice umgestellt, sein Bein drei Wochen hochgelegt und war nach Weihnachten – als er wieder mehr laufen konnte – schnell aus der Puste und hatte Schmerzen im Unterschenkel. Wir schoben es auf Konditionsverlust und Muskelkater nach der Schonung. Als ich dann aber vor Silvester eine echt extrem dicke „Krampfader“ am Unterschenkel sah, hab ich Ihn direkt in die Notaufnahme gebracht, denn der Hausarzt war im Urlaub und an der 116117 (Bereitschaftsdienst) ging niemand ran.

Nach langem Warten ging es mit den ersten Blutergebnissen dann plötzlich ganz schnell. Das war eine SEHR ausgewachsene Thrombose und nach dem sofortigen MRT dann schnell eine extreme Lungenembolie. Herz und Lunge waren voller Blutgerinnsel und ein großes hing „am seidenen Faden“ zwischen den beiden Organen und drohte in die Lunge zu geraten. Er musste SOFORT strikt liegenbleiben, durfte sich absolut nicht mehr bewegen und bekam die entsprechenden Medikamente, um das aufzulösen. Das googlen sollte man sich wie immer absolut verkneifen (nur 20% überleben das wenn es erstmal in der Lunge ist).

Man sagte mir als ich abends ging, dass wenn es sich löst er sofort nach Düsseldorf geflogen wird und man mich anruft. Mit dem Gedanken: „vielleicht überlebt er die Nacht nicht“, versuchte ich also einzuschlafen. Was natürlich nicht klappte. In meinem Kopf geisterten 1000+1 Frage herum und einige wenige tauchten immer wieder auf. Was muss ich eigentlich tun wenn „der Fall der Fälle“ eintritt? Was sind meine Aufgaben? Wir sind neu in Neuss, welcher Bestatter ist dann zuständig? Wie schnell muss ich eine Beerdigung organisieren?

Das waren natürlich nicht die einzigen Gedanken, aber die, die mir (als Ich-bin-auf-alles-Vorbereitet-Mensch) am meisten im Kopf geblieben sind. Selbst als er die Nacht unbeschadet überstanden, nach fünf Tagen Herz-Intensiv-Station wieder nach Hause durfte, blieben diese Fragen fest verankert. Was auch daran liegen könnte, dass meine Mutter am Silvesterabend (unsere Party hatte ich eh schon abgesagt) das gleiche Spiel spielte und mit einem angerissenen Aneurysma nach Osnabrück geflogen wurde.

Seitdem ließen mich diese Gedanken nicht los und ich machte Termine mit Bestattern um mich zu informieren. Ich erhielt alle Antworten und lernte noch sehr viel mehr. Auch über mich und menschliche Hemmschwellen. Schon als ich Termine vereinbarte tauchte die Frage auf: Passiert jetzt Jemandem was, wenn ich das Thema angehe? Und vor dem jeweiligen Bestattungsinstitut kostete es mich immer eine große Überwindungs-Anstrengung wirklich hineinzugehen. Das Thema ist so negativ in meinem Hirn verankert, dass es mich tatsächlich erschreckt und aber auch aufgeweckt hat, unbedingt damit anders umgehen zu müssen.
Wir alle!
Denn ich kann mir gut vorstellen, dass es vielen Menschen so geht.

Außerdem ist mir bewusst geworden, dass auch meine Eltern und Schwiegereltern (alle Ü80) uns in nicht allzuferner Zukunft vor genau die gleichen Herausforderungen stellen werden.

Manuela und ich haben uns nach vielen Jahren hier in Neuss 2025 wiedergefunden. Da auch sie viele gute Gedanken zu den Themen ALT WERDEN und TOD sowie ebenfalls den Traum etwas in der Richtung zu unternehmen, kamen wir zusammen und haben die Agentur LEBENSWEG gegründet, um allen Menschen diese Fragen zu beantworten, das Thema zu normalisieren und Ängste zu nehmen.

Warum interessierst Du dich für das Thema, schreib es gerne in die Kommentare oder per Mail oder WhatsApp.


Veröffentlicht am Kommentar hinterlassen

„Alt werden“ – was ganz normales!

Ich bin ja schon immer älter geworden. Ist ja ganz normal, wird ja jeder.

Aber bei mir ist das irgendwie was ganz anderes. Ich will jetzt nicht mein Sternzeichen Widder ins Spiel bringen, aber vielleicht liegt es ein bisschen daran?!? Wir Widder sind ja so Kraftpakete und wollen ja auch immer mit dem Kopf durch die Wand, so sagt man es uns jedenfalls nach.

Als ich so ungefähr 21 war, da ging es mit dem gefühlten alt werden richtig los, dass mir das älter werden irgendwie auffiel. Ich sage mal rückblickend war ich mit 21 so in meiner vollen Kraft. Ich stand in meinem Saft und war in voller Blüte. Wenn Du weißt, was ich meine… Und dann wurde ich älter und auf einmal war ich 29 und da merkte ich das erste Mal, dass ich älter geworden bin. Mir ist es die ganzen Jahren nicht aufgefallen, aber mit 29 war ich etwas kraftloser als sonst. Die durchzechten Nächte vielen mir schwerer in der Verarbeitung am nächsten Tag und das Durchhaltevermögen ließ etwas nach.

Dann ging das Leben wieder so seinen Gang, die geistige Krise über mein Alt werden war überwunden und ich lebte das Leben halt weiter, wie man halt so lebt. Mitte 30 startete ich mit Yoga, um entspannter zu werden und mich fit zu machen fürs Alter. Ende 30, genau mit 39, gab es den nächsten Energieverlust und wurde mir das Alt werden wieder bewusst. Meine Kraft ließ nach und die Frösche im Yoga wurden zur Qual. Also trainiert und trainierte ich, um diesen Energieverlust mit Muskelaufbau irgendwie in den Griff zu bekommen. Die Jahre zogen dahin. Die Kraft ließ mehr und mehr nach.

Und schwups wurde ich 49 und war mitten in den Wechseljahren angekommen. Auf allen Ebenen der totale Kraftverlust mit Schweißausbrüchen, Schlaflosigkeit und Vitamin- und Hormonmangel. Auch nach fast 10 Jahren im Wechsel scheint kein Ende in Sicht.

Nun gehe ich langsam auf die 60 zu. Habe mich jetzt darauf eingestellt, dass ich mit super hartem Training gar nichts mehr erreiche und gebe mich dem Alt werden hin. Mache morgens zum Aufstehen Gymnastik im Bett, damit ich die müden Knochen aus dem Bett raus bekomme und gehe mit Hund spazieren und nur noch schwimmen, weil Wasser bekanntlich trägt. Ich kann mich schon gar nicht mehr daran erinnern, wann diese Gelassenheit eingesetzt hat und ich die Kraft habe Kraft sein lassen. Rückblickend kamen die kraftnehmenden Schübe alle 10 Jahre.

Die Altersforschung besagt, dass der Mensch in zwei Schüben vergleichsweise dramatisch altert – mit ungefähr 44 Jahren und um den 60. Geburtstag herum. Dann bleibe ich gespannt und schauen wir mal, wie es weiter geht.

Wie ergeht es Dir mit dem Altwerden?