So lautet der Refrain des Liedes „Der Hugenottenfriedhof“ von Wolf Biermann. Warum ich ihn hier zitiere? Wolf Biermann ist eigentlich der Grund, warum ich schon als junge Frau gerne auf Friedhöfe gegangen bin. In einem Interview hatte er in den 80er Jahren gesagt, dass man die Kultur eines Landes und den Umgang mit seinen Bürgern an den Friedhöfen erkenne. Mit meiner unbändigen Reiselust, habe ich viele Länder auf dieser Welt besucht und die Friedhöfe standen immer mit auf meiner Checkliste.
Einer der berühmtesten Friedhöfe, die ich gesehen habe, ist bestimmt Père Lachaise in Paris. Dort bin ich damals zum Grab von Jim Morrison – wie viele Tausende andere – gepilgert. Beim Gang über diesen besonderen, alten, verwinkelten und wunderschönen Friedhof habe ich so viele Gräber von Berühmtheiten gesehen. Es war ergreifend und ich war so bewegt, welche Stars und verehrungsvollen Künstler dort lagen. Die Gräber von Edith Piaf, Chopin, die ganzen Dichter, Philosophen und Schriftsteller, die ich gelesen hatte, im Tode vereint.
Beeindruckend fand ich den Friedhof von Havanna. Es ist mehr eine „Stadt der Toten“, als ein Friedhof. Die Art des Bestattungsplatzes wird auch Nekropole genannt. Cementerio Cristóbal Colón ist einer der schönsten Nekropolen der Welt und ein Nationaldenkmal Kubas das unter Denkmalschutz steht. Nur um ein paar Zahlen zu nennen: es gibt über 53.000 Familien-Grabstätten, Mausoleen und Grabkapellen. Mit einer Fläche von 56 Hektar – fast 140 Fussballfelder – sind dort eine Million Menschen bestattet und jedes Jahr kommen 20.000 dazu. Für die Kubaner und inzwischen auch für die Touristen, ist es mehr als ein Friedhof, es ist ein Pilgerort.
Irritiert war ich von der Toten-Stadt der Ägypter. In Kairo leben Menschen auf dem Friedhofskomplex. Die Stadt der Toten ist inzwischen eine Stadt der Lebenden. Wegen der Wohnungsknappheit wohnen dort 300.000 Menschen. Über diesen Friedhof bin ich nicht gelaufen, sondern nur mit dem Taxi vorbei gefahren, um diese Misere der Leute nicht wie eine Schaulustige zu begaffen.
In Irland auf dem Kerry Way habe ich immer wieder kleine historische Friedhöfe gesehen und Ruinen, die die lange Geschichte Irlands widerspiegeln. Die Gräber waren in Reihen angelegt mit wunderschönen keltischen Kreuzen. Entweder lagen sie außerhalb der Dörfer oder es gab ein paar Gräber rundum die kleinen Dorfkirchen.
In Spanien mag ich es, dass die Toten in Nischen (Nicho) in einer Mauer beigesetzt werden. Man nennt das auch Kolumbarium (ursprünglich Taubenschlag) wegen der optischen Ähnlichkeit. In jedem Dorf und in jeder Stadt sind solche Kolumbarien zu sehen, meist kombiniert mit Gruften, die auch als Sammelgräber genutzt werden. Das Schöne, an jedem Grab hängt ein Foto der Verstorbenen, so bleiben sie besser in Erinnerung.
Mein Lieblingsfriedhof war lange Zeit der Südfriedhof in Leipzig. In der sächsischen Messestadt habe ich über 10 Jahre gelebt und der Friedhof war mein Ruheort und meine Auftankstation. Es gab ein Buch über die berühmten Toten und die schönsten Mausoleen. Mit dem Friedhofsführer in der Hand bin ich meine Runden gezogen und bei jedem Gang sah ich Neues und entdeckte Ecken, wie kleine Haine, wunderschön.
Im Austausch mit Simone über die schönsten Friedhöfe erwähnte Sie den jüdischen in Wien. Der soll riesig sein. Den kenne ich noch nicht.
Welcher Friedhof hat Dich beeindruckt? Welchen letzten Ruheort sollte man unbedingt gesehen haben?

